Mein Buch: Achtsamkeit im Unterricht

IMG_2698Nun ist es endlich da, mein Buch „Achtsamkeit im Unterricht“! Es ist schon besonders, es jetzt in den Händen zu halten und nochmals zu erinnern, wieviel Herzblut darin steckt, wieviel Energie und natürlich auch wieviele Stunden an Arbeit und Gedankengut. Ich hoffe sehr, dass es viele PädagogInnen findet, die damit etwas anfangen können, die durch die bis ins Detail ausgearbeiteten Unterrichtsstunden motivieren, Achtsamkeit in die Schulen zu tragen und sich mit den SchülerInnen auf den Weg zu machen – hin zu mehr Bewusstheit, zu mehr Weitblick und zu mehr Präsenz.
Gleichzeitig weiß ich aus eigener Erfahrung sehr gut, dass es nicht immer leicht ist, diesen Weg zu gehen. Es warten einige Hürden, die es zu überwinden gilt – die es manchmal auch einfach zu umgehen gilt. Denn nicht alle Menschen lassen sich auf den Weg der Achtsamkeit ein und das ist auch völlig ok so. Ich glaube auch überhaupt nicht, dass Achtsamkeit ein Allheilmittel für alle Herausforderungen in Schule oder sonstigen Lebensbereichen ist. Doch meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass für mich die Haltung der Achtsamkeit sehr bereichernd ist – für mich selbst und für mein Umfeld. Sie lässt mich auf alle Fälle genauer hinschauen, v.a. in mich selbst, um zu verstehen und v.a. auch zu fühlen, was gerade in mir lebendig ist und wie ich damit umgehen möchte.

Metta-Retreat 2020 (Teil 4)

soap-bubbles-3517247_1920Last, but not least möchte ich euch den letzten Satz meiner Metta-Meditation nicht vorenthalten. Auch mit ihm verbinde ich eine Geschichte, eine Erfahrung und ein inneres Erspüren. So wurde der 4. Satz eigentlich von der Meditationslehrerin angeleitet mit den Worten: Mögest du unbeschwert leben. Doch in mir ging das Wort „unbeschwert“ nicht in Resonanz. Ich merkte vielmehr eine innere Abwehr, weil es sich „schwer“ für mich anfühlte und die Wortwahl für mich nicht zu „glücklich“, „geborgen“ und „gesund“ passte. Die Meditationslehrerin forderte uns auf, nach unserem eigenen Satz und unserer eigenen Wortwahl zu suchen, die zwar für uns persönlich passt, aber doch so allgemein gehalten ist, dass sie letztlich auf alle Lebewesen zutreffen könnte. Sie machte auch weitere Vorschläge, wie „ohne Sorge leben“, „leicht leben“ … doch irgendwie passte das alles für mich nicht. Im ersten Moment war ich ein wenig unzufrieden und merkte, dass es mich unruhig machte, keine „Lösung“ für meinen 4. Satz zu haben. Doch aus den Erfahrungen der Vortage konnte ich einen guten Zugang zu mir finden und mit genau dieser Unsicherheit und der Unruhe sein, die sich in mir breit machte. Einfach dabei sein, das Gefühl wahrnehmen und ihm Raum geben – ganz im Vertrauen, dass „mein“ 4. Satz ganz klar in mir zu finden ist, wenn ich mich für ihn öffne und ihn einfach zu mir kommen lasse, ohne ihn zu erwarten und ohne ihn „herzudenken“. Es verging tatsächlich eine ganze Meditationseinheit von 30 Minuten, in der ich einfach nur präsent war mit dem, was in mir lebendig war. Letztlich war es mal wieder ein „Habenwollen“, den passenden Satz für mich finden … er sollte perfekt sein und natürlich genauso knapp und aussagekräftig wie die andern … und ich wollte ihn haben! Jetzt!

Metta-Retreat 2020 Teil 3

buddha-1915589_1920Der vierte und fünfte Tag waren die intensivsten. Ich war so eingeschwungen auf die Sätze, dass es ein unbeschreibliches Gefühl war. Ganz im Einklang mit den Sätzen und einer Stille in mir, die ich so noch nicht kannte. Einmal mehr wurde mir die Kraft der Worte bewusst. Wie rede ich eigentlich täglich mit mir? Was sage ich zu mir? Welche Worte wähle ich für mich? In diesem Einklang hatte ich das Gefühl, dass mir nichts und niemand etwas anhaben kann. Ich fühlte mich innerlich stark und einfach so ausgeglichen und in Balance, dass ich es gar nicht merkte, wie sich ganz sanft und scheinbar unbemerkt eine andere gute Freundin von mir mit einschlich: nämlich die innere Stimme, die sich danach sehnt, dass es immer so bleibt … dass dieses Gefühl, diese Verbundenheit mit mir, diese innere Leichtigkeit niemals aufhören möge … ohne dies bewusst zu tun, war dein ein „Habenwollen“ … und als ob mich mein Körper davor bewahren wollte, ins Anhaften abzudriften, und mich darauf aufmerksam machen wollte, dass einfach nichts ewig andauert, machte sich mein Rücken bemerkbar. Ich hatte das Gefühl, wenn ich eine falsche Bewegung mache, dann „schießt die Hexe zu“. Und sofort fand ein innerer Wandel statt: denn genau das, diesen Hexenschuss, wollte ich um nichts in der Welt haben … also: Widerstand, Nichthabenwollen, Angst, Enge, Verkrampfung … Wow! Was für eine Bandbreite und vielfältige Palette an Gefühlen da in mir zum Vorschein kam! Es gelang mir dies alles als neugierige Forscherin

Metta-Retreat 2020 Teil 2

swan-2121797_1920Am dritten Tag des Retreats fiel es mir schwer, mich auf die Sätze zu konzentrieren. Immer wieder tauchten andere Gedanken auf, trugen mich weg, wollten etwas planen für die Zukunft oder in der Vergangenheit schwelgen. Damit einher gingen die unterschiedlichsten Gefühle, angenehme und unangenehme … immer wieder, ein unglaubliches Auf und Ab. Es war total anstrengend. Meine Lehrerin ermutigte uns dazu, immer wieder zu den Metta-Sätzen zurückzukehren – egal, was unser Geist vorhat. Denn letztlich sind wir selbst es, die die Entscheidung treffen, ob wir den Geist gewähren lassen und uns mittragen lassen in die unterschiedlichsten Gefilde von Vergangenheit und Zukunft, oder ob wir ihm Einhalt gebieten und zurückkommen zum Meditationsobjekt der Metta-Sätze. Es ist meine Entscheidung! Sobald ich mir darüber bewusst werde, dass mein Geist abgedriftet ist, kann ich ihn zurückholen. Ich allein entscheide, ob ich dabeibleibe oder nicht … und gleichzeitig ist der Wille und das Bewusstsein oft sehr schwach. Dann will ich plötzlich die Vergangenheit nochmals durchleben als fände sie gerade jetzt statt. Dann will ich auf einmal die nächsten Tage organisieren und in Gedanken durchplanen, wann was zu tun ist. Auch dafür Bewusstsein zu entwickeln und vor allem immer wieder einen liebevollen Blick darauf zu werfen, was gerade geschieht – das ist spannend und gleichzeitig sehr inspirierend.

Metta-Retreat 2020 Teil 1

sunflowers-3640938_1920Alle Menschen sehnen sich nach Wertschätzung, Anerkennung und Liebe. Das ist ein urmenschliches Bedürfnis, dem wir alle nachstreben. Meist ist es jedoch so, dass wir all dies im Außen suchen. Wenn der Chef ein anerkennendes Wort für uns bereithält, wenn das leckere Essen, das wir für die Familie vorbereitet haben, wertgeschätzt wird, wenn wir von einem Menschen geliebt werden. Doch all diese Zuwendungen anderer können nur dann unser Herz erreichen, wenn wir selbst uns diese Wertschätzung, Anerkennung und Liebe geben und bereits im Vorfeld gegeben haben. Beobachte dich einmal dabei, wie du reagierst, wenn dir Wertschätzung entgegengebracht wird. Lehnst du sie eher ab? Geht sie runter wie Öl und denkst gleichzeitig ganz tief im Innern: Naja, eigentlich war es ja nun nicht sooo ein Zauberwerk, was ich da vollbracht habe. Das hätte jeder / jede gekonnt. Oder gehen die Worte, die von außen zu dir kommen, mit deiner inneren Stimme in Resonanz? Schwingen beide auf einer Welle? Ist die Wertschätzung genau das, was du dir selbst auch entgegenbringst? Sagst du ja zu dir, zu dem, was dir das Leben in diesem Moment auf den Präsentierteller legt?
Vielleicht magst du dich am heutigen Tag ein wenig beobachten und einfach mal ausprobieren, wie es ist, wenn du dich selbst wertschätzt. Das hat nichts mit Eigenlob zu tun, das angeblich stinkt. Es geht vielmehr darum, dass du genau die Energie in dein Umfeld ausstrahlst, mit der du innerlich schwingst.

Metta-Meditation

heart-1192662_1920Seit einigen Jahren ist es mir ein lieb gewordenes Ritual, einmal im Jahr für mindestens eine Woche zu einem Schweigeretreat zu gehen. Es ist immer eine unglaublich wertvolle Zeit, die alles andere als immer angenehm ist und gleichzeitig so reinigend, inspirierend und bereichernd. Die Konfrontation mit mir selbst ist nicht selten eine Herausforderung. Denn in diesem Rahmen des Retreats kann ich mir nicht ausweichen, mich nicht ablenken und die inneren Baustellen nicht verdrängen oder beiseiteschieben. Im Gegenteil, das genau ist die Chance des Retreats: mir das anzuschauen, was noch nicht genug Zuwendung bekommen hat. In diesem Jahr habe ich mich für ein Metta-Retreat entschieden.
Metta stammt aus der altindischen Pali-Sprache und bedeutet „Herzenswärme“, „liebevolle Güte“ oder „Freundschaft“. In der Metta-Meditation richtet sich alles auf das Herz aus, auf diesen ganz besonderen Seelenraum. Daher wird sie oft auch als Herzmeditation bezeichnet und meint letztlich die Verkörperung von bedingungsloser Liebe. Wir formulieren in der Herzmeditation Wünsche, die allen Menschen gemeinsam sind und auf die universellen Grundbedürfnisse zurückgehen:

Lebe als gäbe es kein Morgen

RehDieser Satz hat mich in den letzten Tagen sehr beschäftigt – vor allem die Wortwahl. Sicherlich kennen wir alle auch den ähnlich anmutenden Satz „Carpe diem!“ – Nutze / Pflücke den Tag! Doch finde ich in obigem Satz noch viel mehr als nur Nutzen und Genuss. Er fordert uns vielmehr auf, ganz im Hier und Jetzt zu leben, der Achtsamkeit Raum zu geben und gar keinen Gedanken an ein Morgen zu verschwenden. Und damit auch nicht an die Sorgen, die uns ein Morgen bringen könnte – darum können wir die Tiere beneiden. Sie kennen kein Morgen. Sie leben heute, ohne zu wissen, dass ein Morgen kommen kann oder eben auch nicht. Das Reh im Wald weiß nicht, dass sein Leben irgendwann ein Ende haben wird und daher stellt es sich auch nicht die Sinnfrage. Eine Frage, die sich die Menschheit seit alters her stellt. Damit verbunden ist oft ein Ziel – wenn ich dieses Ziel erreiche, dann hat mein Leben einen Sinn, dann leiste ich einen Beitrag für diese Welt. Doch genau dadurch sind wir mitten drin in dem Dilemma der zwei Pole, die auf dieser Welt existieren und denen wir uns aussetzen, wenn wir auf dieser Welt leben. Und diese beiden Pole …

Pfingsten – Fest des Heiligen Geistes

PfingstenDas Pfingstfest gehört zu den drei Hauptfesten des Christentums. Neben Weihnachten und Ostern stellt es ein wichtiges Fest dar, das ursprünglich eine ganze Woche gefeiert wurde. Übrig blieben zwei Feiertage, über die sich alle freuen, auch wenn viele nicht mehr wissen, was der eigentliche Grund ist.

Während wir Weihnachten in der Nacht feiern – Heilige Nacht – und die Auferstehung an Ostern mit den frühen Morgenstunden des Ostertags in Verbindung gebracht wird, kommt der Heilige Geist mitten am Tag auf die Jünger herab. So wird es uns in der Apostelgeschichte berichtet.

Pfingsten ist ein schwer fassbares Fest. Genauso wie der Geist, also der Heilige Geist, um den es hier geht. Was aber ist dieser ominöse Heilige Geist, von dem nicht nur in der Bibel, sondern auch in den Kirchen so oft die Rede ist. Die Bibel versteht ihn als schöpferische Macht allen Lebens.

Gottesdienste werden im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes begonnen und ein Kreuzzeichen gemacht – Gott der Vater, Jesus der Sohn und eben der Geist, der in die Welt gesandt wurde, um die Person Jesu, seine Worten und Taten lebendig zu halten.

Das sog. Pfingstwunder, bei dem die Anhänger Jesu zusammen waren und sich aufgrund des Todes Jesu sicherlich ziemlich verlassen fühlten – obwohl Jesus ja immer mal wieder erschienen war und die Auferstehung durchaus in ihren Köpfen und Herzen wirkte. Aber Jesus war einfach nicht mehr unter ihnen und sein Spirit / sein Geist / seine Begeisterung / sein Vorbild fehlte ihnen wohl sehr.

Remeber who you are

lion-2923947_1920Remember who you are – sagt Lion King Mufasa zu seinem Sohn Simba. Vielleicht kennt ihr diese wunderschöne Szene aus „König der Löwen“! Schaut sieh euch hier gern nochmal auf youtube an, sie dauert nur ein paar Minuten und ist so tiefgründig und berührend:
auf Englisch, dafür aber die ganze Szene: https://www.youtube.com/watch?v=lQd22F5onyM
auf Deutsch, dafür aber nur die Hauptszene: https://www.youtube.com/watch?v=n_3AUwG0ZMM

Ich erlebe diese Tage als sehr intensiv und so wurde ich auch durch die äußeren Umstände sehr mit mir konfrontiert und auch mit der Frage: Wer bin ich? Und wer will ich sein in diesem Leben?

Ich habe gerade in den letzten Wochen diese Fragen sehr in mir bewegt … in meinem Körper, in meinem Geist. Ich habe mich buchstäblich selbst bewegt, bin in vielen Geh-Meditationen ganz in die Verbindung mit mir selbst, mit dem Leben, mit der Natur gegangen und habe mir diese Fragen immer und immer wieder gestellt – ohne eine Antwort zu erwarten oder verzweifelt nach einer Antwort zu suchen … es ging eher darum, mir klar zu machen, dass diese Fragen zu den sog. Großen Fragen gehören, über die sich schon die berühmtesten Philosophen die Köpfe zerbrochen haben. Und dann fiel mir ein wunderbares Gedicht von Rilke (Über die Geduld) ein, das mich schon sehr, sehr lange begleitet, in dem es genau darum geht: Fragen zulassen, die Fragen leben und dann irgendwann in die Antworten hineinwachsen – ganz im Vertrauen darauf, dass alles in mir ist, dass ich lediglich den Zugang zu mir selbst wieder finden muss, den Zugang zur Quelle, den Zugang zu meiner Intuition, die immer da ist und auf die ich immer vertrauen kann.

Mantren als Unterstützung, um deine Schwingung zu erhöhen

 

mantra

Die Welt ist Klang – und alles schwingt letztlich. Nicht nur das ganze Universum, sondern auch unsere
Gedanken, unsere Gefühle und eben auch unsere Worte. Das ist vielleicht noch ganz gut nachvollziehbar –
Worte klingen … sie erzeugen einen Klang, der auch dein Herz berühren kann, wenn sie vom Herzen gesprochen sind.
Unsere Gedanken werden sehr oft zu unseren Worten, somit sind sie quasi die Vorstufe zu den Worten
und schwingen natürlich auch. Diese Schwingung können wir in uns selbst spüren, ganz intensiv.

Und manchmal kannst du die Schwingung der Gedanken auch in anderen Menschen spüren,
wenn du ihre Körperhaltung, ihre Mimik, ihre Gestik beobachtest – ohne, dass sie auch nur ein Wort aussprechen müssen.
Wenn du das kennst, dass die Gedanken manchmal Karussell fahren und du scheinbar gar nicht weißt, wie dir geschieht
und wie du aus diesem Strudel wieder aussteigen kannst und dich v.a. wieder in eine höhere, wohltuendere Schwingung versetzen kannst,
dann versuch es mal mit einem Mantra.