Nicht urteilen

Wie oft bist du damit beschäftigt Menschen, Dinge und Ereignisse zu bewerten? Unbewusst kategorisieren wir sie ständig in gut, schlecht oder neutral. Nahezu unablässig belegen wir unsere Erlebnisse mit Urteilen. In der Achtsamkeitsmeditation geht es darum genau diese bewertenden Gedanken zu erkennen und als neutrale Beobachterin / als neutraler Beobachter, so gut es geht, einfach nur zuzuschauen. Neugierig und interessiert, ohne einzusteigen und ohne eine Bewertung abzugeben. Es geht nicht darum diese Gedanken nicht mehr haben zu wollen. Das ist eh nicht möglich. Es geht vielmehr darum, die Gedanken wahrzunehmen und zu beobachten. Du kannst dir dabei auch vorstellen, dass du an einem Fluss sitzt und die Gedanken vorbeifließen. Immer, wenn du merkst, dass du in die Gedanken einsteigst und sie weiterdenkst, also „in den Fluss gesprungen bist“, kannst du wieder ans Ufer zurückkommen und weiter beobachten. Die Säule des „nicht Urteilens“ in der Achtsamkeit ist wunderbar zu verbinden mit der Gewaltfreien Kommunikation. Der erste Schritt der GfK umfasst eine reine Beobachtung – ich versuche also, eine Situation mit Zahlen, Daten und Fakten zu beschreiben, ohne ein Urteil zu fällen. Wenn mir das gelingt, kann ich meinem Gegenüber auf sehr achtsame Weise sagen, was los ist und was ich gesehen und gehört habe, ohne einen Angriff oder einen Vorwurf mitschwingen zu lassen. Allein dies kann dazu führen, dass das Gespräch eine echte Verbindung zulässt und ein ehrlicher Austausch stattfinden kann. Dazu lade ich dich heute ein: Versuche deine urteilenden Gedanken ganz wohlwollend zu bemerken und werde dir ihrer bewusst. Dann versuche sie mit neutralen Worten zu formulieren und ihnen so ihre Verurteilungen zu nehmen.

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